Heider Premierensieg

GELSENKIRCHEN Der FC/JS Hillerheide hat den ersten Sieg der laufenden Spielzeit eingefahren. Die Formation von Interimstrainer Patrick Krull, der letztmalig den urlaubenden Rabih Such vertrat, gewann mit 2:1 (1:1) bei Genclerbirligi Resse.

 

„Jetzt sind wir drin“, freute sich der Interimstrainer nach den wichtigen Treffern von Tim Gilgner (16.) und Max Kadura (67.). Krull war nach Abpfiff wieder zu Scherzen aufgelegt: „Nun kann ich Rabih die Mannschaft in ordentlichem Zustand zurückgeben.“

Zumal die Spieler „wie gewünscht“ auftraten: „Mit viel Leidenschaft.“ Darauf hatte Krull nämlich Wert gelegt. Mit Lauf- und Kampfstärke rang der FC/JS den Gastgeber, der durch Onur Gündüz zum Ausgleich kam (32.) und zuvor einen Foulelfmeter verschoss (30.), nieder. „Nutzen wir unsere Konterchancen, wird die Endphase wesentlich entspannter“, blickt Krull auf vergebene Chancen von Matchwinner Kadura.

Aber auch Michel Schnell, Rückkehrer zwischen den Pfosten, hatte seinen Anteil am Sieg, als er in der Schlussphase seinen Kasten sauber hielt.

Heide patzt bei Konkurrent Resse

GELSENKIRCHEN So leicht hätte sich Genclerbirligi Resse die Heimaufgabe nicht vorgestellt. Beim 5:2 (2:0) gegen den FC/JS Hillerheide trafen die Gelsenkirchener auf wenig Gegenwehr und zogen nach Punkten mit der Formation von Trainer Rabih Such gleich.

Kopfballchance: Marvin Sachsenweger (2.v.l.) vergibt die gute Möglichkeit zum Anschluss. Foto: Jochen Sänger

Der Teamchef war nach dem blutleeren Auftritt seiner Elf bedient: „So haben wir in der Bezirksliga nichts zu suchen. Das war absolut null. Eine Katastrophe. Offensichtlich hatten die Jungs schon vor dem Anpfiff die drei Punkte in der Tasche. Sie waren wohl mit dem Kopf beim Derby gegen Suderwich.“

Unverständlich, wie passiv sich die Gäste im ersten Durchgang präsentierten. Zwar stimmte zunächst wenigstens die Abstimmung in der Defensive, aber nach gut 20 Minuten häuften sich die Chancen für Resse. Cahit Gündogan vergab frei (24.) und Keeper Michel Schnell parierte gegen Semih Cetin (26.). Beim 0:1 ließ sich die FC/JS-Abwehr durch einen einzigen langen Ball ausspielen. Cetin behielt diesmal die Nerven (38.). Zwei Minuten später patzte Torwart Schnell entscheidend, als er eine Flanke fallen ließ. Lokman El Kasmi staubte zum 2:0 ab.

Überflüssig dann die Gelb-Rote Karte, die sich Björn Fehr einhandelte. Nach einem Foulspiel wurde er verwarnt und protestierte gegen die Entscheidung, indem er den Ball auf den Boden schleuderte. Der Schiedsrichter wertete die Aktion als „aggressives Verhalten“. Nach der Standpauke von Trainer Such und einem Dreifach-Wechsel schienen sich die Heider zu berappeln. Das war nur ein Strohfeuer. Resses Kapitän Volkan Yilmaz köpfte nach einer Ecke zum 3:0 ein (48.).

Die Gäste bewiesen Moral und zeigten, dass die Hausherren beileibe nicht übermächtig waren. Vielleicht wäre noch was gegangen, wenn Marvin Sachsenweger seine Kopfballchance genutzt hätte (57.). Fünf Minuten später zögerte Max Kadura zu lange und wurde abgeblockt. So kamen die Resser, die sich aufs Kontern verlegten, zu zwei weiteren einfachen Toren. Muhammed Akay (65.) und Mohammed El Kasmi (76.) schraubten das Ergebnis auf 5:0. Hillerheide verkürzte durch zwei Tore des eingewechselten Christion Konzok (80., 87.) auf 2:5. Nach der Ampelkarte gegen Resses Ali Vural (90.+2) bekamen die Gäste noch zwei weitere dicke Möglichkeiten. Aber Kadura und Janik Smyrek, der den Pfosten traf, vergaben. Die Chancen zeigen, wie leicht es gewesen wäre, etwas Zählbares mit nach Hause zu nehmen.

Bärenstarker Auftritt

 

FC/JS Hillerheide - BV Rentfort 4:1

Nach dem 4:1-Heimsieg gegen den BV Rentfort sieht es gut aus mit dem Klassenerhalt für den FC/JS Hillerheide. Die Gastgeber sind nun fünf Spiele ungeschlagen und festigten den elften Tabellenplatz. Gästetrainer Marcel Cornelissen war nach dem vierten sieglosen Spiel frustriert: "Wir haben momentan kein Niveau, um in der Liga zu bestehen. Die Blockade in den Köpfen ist sehr ausgeprägt." Somit können die Gäste den Aufstieg in die Landesliga abhaken, sogar der dritte Tabellenplatz ist in Gefahr. Schon im ersten Durchgang stellten die Gastgeber die Weichen auf Sieg. Nach Treffern von Justin Baron und Maximilian Bleyer ging es mit einer 2:0-Führung in die Halbzeit. Als Janik Smyrek in der 71. Minute zum 3:0 traf war die Partie entschieden. Zwar konnte Maurice Schmit nochmal verkürzen, doch Smyrek stellte in der 89. Minute den alten Abstand wieder her.

Hillerheides-Trainer Rabih Such freute sich über die drei Punkte und verteilte Sonderlob: "Wir haben da weitergemacht, wo wir am Donnerstag gegen Stuckenbusch aufgehört haben. Hinten nichts zugelassen, vorne sehr gut kombiniert und sehr effizient die Angriffe zuende gespielt. Auch in der Höhe ein verdienter Sieg. Unsere A-Jugendlichen Janik Smyrek und Marvin Sachsenweger haben ein sensationelles Spiel gemacht."


Schiedsrichter: Magnus Fischer - Zuschauer: 50 
Tore: 1:0 Justin Baron (20.), 2:0 Maximilian Bleyer (42.), 3:0 Janik Smyrek (71.), 3:1 Maurice Schmidt (87.), 4:1 Janik Smyrek (89.)

Einzig auf der Heide herrscht gute Laune

FC/JS Hillerheide - BV Rentfort: Wenige Minuten war der Derbysieg war amtlich und Trainer Rabih Such gestattete seinen Derbyhelden auch „den Moment zu genießen“. Die Gefahr ist nicht gebannt: Das 4:1 in Stuckenbusch spülte den FC/JS auf Rang elf vor, der Vorsprung bleibt auf bei drei Punkten. Das Heimspiel gegen den BV Rentfort (Sonntag, 15 Uhr, Maybacher Heide) sei dennoch eine Art Bonusspiel: „Punkten wir erneut, wäre es das i-Tüpfelchen“, meint Such. „Wenn wir an die Stuckenbusch-Leistung anknüpfen, ist alles möglich.“

Derbysieger......

4:1 - Hillerheide kontert perfekt

STUCKENBUSCH Perfekt. Ein Attribut, das Rabih Such eigentlich scheut. Aber Hillerheides Trainer musste den Auftritt seiner Schützlinge als solches bezeichnen. Mit 4:1 (3:0) siegte der FC/JS im Derby bei den Sportfreunden Stuckenbusch. „Hochverdient“, wie auch Michael Pannenbecker zugeben musste.

 

Einer der wenigen Hillerheider Fehler: Alexander Geßner verfehlt den Ball im ersten Versuch, kklärt aber im zweiten Anlauf. Foto: Kevin Korte

Es waren 94 Minuten am Leiterchen, die die Stuckenbuscher Seele leiden ließen. Nach 13 Minuten hatte Hillerheide zweimal hervorragend in die Tiefe gespielt und durch André Kostrzewa (2.) und Moritz Bleyer (13.) auch eingenetzt. Oft habe Rabih Such jene Spielzüge an der Taktiktafel aufgezeichnet und versucht seiner Elf nahe zu bringen. „Heute hat es zu 100 Prozent geklappt.“ Damit nicht genug: Hillerheide verteidigte den Vorsprung so leidenschaftlich, dass die Rot-Weißen sich allenfalls durch Fernschüsse annäherten. „In der ersten Halbzeit haben wir uns bis auf die Knochen blamiert“, ließ Pannenbecker kein gutes Haar an seiner Mannschaft.



Spätestens als A-Junior Marvin Sachsenweger nach einem Eckball zum 0:3 traf (42.), zeichnete sich eine handfeste Überraschung ab. „Die Jungs waren heiß, haben mit Leidenschaft gespielt und alle Vorgaben 1:1 umgesetzt“, jubelte Such.

Dass die Gastgeber mit mehr Elan aus der Kabine kamen und auch eine gut 20-minütige Drangphase kreierten, lag schlicht an den Fertigkeiten der Stuckenbuscher Fußballer. Und nicht überraschend war somit auch das 1:3 von Tobias Kolok im Anschluss an einem Schleume-Freistoß. Die folgende Rudelbildung moderierte Schiedsrichterin Lea Bramkamp souverän. Es war aber plötzlich Feuer in der Partie. „Aber ansonsten kann ich mich an keine Phase erinnern, wo wir das Derby angenommen haben“, kramte Pannenbecker im Gedächtnis, wurde aber nicht fündig.

Vielleicht weil seine Formation im Anschluss Hillerheide wieder Räume zum Kontern bot, die Max Kadura (63.) und Janik Smyrek (66.) noch nicht zu bestrafen wussten. Spätestens aber als Kostrzewa zum Mal einlochte (75.) und somit zum Hillerheider Derbyhelden aufstieg, war die Partie entschieden.

„Insgesamt“, kommentierte ein zerknirschter Pannenbecker, „ist es eine Riesenenttäuschung. Und das in meinem wohl letzten Recklinghäuser Derby.“ Nein, der Stuckenbuscher stellte nicht sein Amt zur Verfügung. Im Spielverlauf kamen mit den Verletzungen von Tim Helwig und Jan Wittig sowie der Sperre von Eren Dogan (10. Gelbe Karte) weitere Ausfälle hinzu. „Wir haben - Stand jetzt - acht gesunde Spieler. Ob wir am Sonntag gegen Suderwich überhaupt antreten, ist fraglich“, so Pannenbecker. Und Stuckenbuschs Seele leidet.