Bezirksliga-Derby endete Remis

0:0 und ganz viel Schiri-Zoff

SUDERWICH Aller guten Dinge sind eben drei. Auch das dritte Bezirksliga-Derby endete Remis. Aber nach Abpfiff der Nullnummer zwischen der SG Suderwich und dem FC/JS Hillerheide wurde weniger über das Sportliche geredet: Das Derby bot wenig Fußball, aber sehr viel Kampf.

 

 

Völlig entfesselt war Suderwichs Christoph Meyer (r.), der nach dem Foul an Tim von Rekowski (v., grünes Hemd) die Fassung verlor. Foto: Kevin Korte

 

Wann genau die Stimmung ins Aggressive umschlug, konnten selbst die Beteiligten hinterher nicht mehr genau benennen. Suderwich darf durch die Torchancen per Freistoß von Denis Toskaj (20.), einem wuchtigen Kopfball von Christoph Meyer (55.) sowie einem zu Unrecht zurückgepfiffenen Abseitstor von Dorian Klahs (29.) beanspruchen, dem Sieg näher gewesen zu sein, hatte aber auch Glück, dass Torhüter Jan Schmatzberger mit einem Reflex beim Schuss von Christian Konzok die Hausherren vor dem Rückstand bewahrte (31.).

• Die Schiedsrichter-Schelte: Such blieb diplomatisch, äußerte sich explizit zur Schiedsrichter-Leistung nicht, weil „wir das nicht beeinflussen können“. Zu den strittigen Szenen um die Platzverweise meinte Such: „Ich finde, dass die Roten Karten berechtigt sind.“ Dennoch kommt man in der Spielbetrachtung nicht ohne Kommentar zur Leistung von Franziska Drexelius (Witten) herum, die mit ihrer Art der Spielleitung vor allem die Suderwicher Seele zum Kochen brachte. Nassir Malyar ging mit der Unparteiischen hart ins Gericht, als der Trainer urteilte: „Sie hat uns heute um den Sieg gebracht. Gerade in der Phase, in der wir stärker wurden, haben wir die Platzverweise bekommen. Den ersten verstehe ich noch, den zweiten gar nicht. Und dass sie das astreine Tor von Dori zurückpfeift, setzt dem ganzen die Krone auf.“

• Die Ampelkarte gegen Ilkay Hatil (77.): Das Derby hatte Mitte der zweiten Hälfte merklich an Intensität, aber auch an Unsportlichkeiten zugenommen. Spätestens bei einem Klärungsversuch von Hillerheides Alexander Weber in die Suderwicher Zuschauertraube, war das Fass übergelaufen. Hatil sah die Gelb-Rote Karte, als er sich nach einem Foulspiel durch Justin Baron wiederholt lautstark bei Drexelius beschwerte. Die Unparteiische hatte den Suderwicher Flügelspieler bereits letztmalig ermahnt, als nach einem Rempler – erneut von Baron – einen Strafstoß schinden wollte (70.). „Ille muss da ruhig bleiben“, weiß auch Malyar. „Dieser erste Platzverweis hat uns komplett aus dem Konzept gebracht.“

• Der rotwürdige Schubser von Christoph Meyer (80.): Nur wenige Zeigerumdrehungen später segelte eine Flanke in den Hillerheider Strafraum, als Tim von Rekowski bei der Rettungsaktion am Kopf getroffen wurde. Christoph Meyer wollte Übeltäter Michell Kasbrink zur Rede stellen, woraus sich eine satte Rudelbildung ergab. Von Drexelius gab es die Rote Karte. „Wegen Schlagens“, wie Meyer in Erfahrung brachte. „Das habe ich definitiv nicht getan“, betont der nach Arek Grad (40) erfahrenste Spieler (34) im Suderwicher Kader. „Bei aller Emotion“, erkannte Heides Co-Trainer Patrick Krull, „einen Mann seiner Klasse und seiner Erfahrung darf das nicht passieren.“