"Kann den Frust verstehen"

Der Zauber zu Saisonbeginn ist auf der Maybacher Heide verflogen. Das 0:1 (0:1) gegen Vestia Disteln war die dritte Niederlage in den letzten vier Partien. Diesmal gab es sogar zwei Platzverweise. Kippt etwa die Stimmung auf der Maybacher Heide?

„Nein“, erwidert FC/JS-Trainer Rabih Such. „Die Mannschaft hat viel investiert, hat sich aber nicht für den Aufwand belohnt.“ In der Tat kann man der Argumentation Suchs folgen. „Wir sind ja selten in der Pflicht, das Spiel zu machen. Das Ärgerliche ist, dass uns aktuell bei den Kontern im Abschluss das Glück fehlt, dass wir beispielsweise gegen Langenbochum oder Stuckenbusch hatten.“

So reichte den Gästen – unter dem Strich – ein gut zu Ende gespielter Angriff, als Philipp Müller entschlossen einköpfte (30.). Und zu großen Teilen verdankten die Gäste das vierte „zu Null“ der Saison dem Ex-Hillerheider Schlussmann Mark Mahlmeister, der in der Anfangsphase Versuche von Samet Civkin (6., 13.) und in den Schlussminuten von Max Kadura (81.) entschärfte.

Dazwischen gab es spielerische Längen. Disteln kontrollierte über Ballbesitz die Partie, war feldüberlegen, minimierte so das Risiko in einen Konter zu laufen. Weil die Gäste vorbereitet waren: „Es war ein klassischer Arbeitssieg. Hillerheide spielt viel mit Hau-Ruck und hat in der Offensive mit Alex Geßner, Samet Civkin und Max Kadura schnelle und wendige Leute, die immer besondere Dinge machen“, hob Roman Malasewski, auch Ex-Hillerheider, hervor.

Besondere Dinge machte dann tatsächlich letzteres Duo, welches den sich aufstauenden Frust Schiedsrichter Chris Nielinger (Bergkamen) entgegenstieß. Kadura sah nach Schiedsrichter-Beleidigung („Mach doch mal die Augen auf!“) glatt Rot (81.), wenig später folgte Civkin, der mit permanenten Unterredungen beim Unparteiischen fast schon um die Ampelkarte bettelte (90.).

„Ich kann ihren Frust sogar verstehen“, sagt Such. „Nur schaden sie damit der Mannschaft.“ Und die scheint nach der Anfangseuphorie entzaubert. „Wir müssen Lösungen finden“, betont der Teamchef. „Aber wir halten die Köpfe oben.“