Ärger über Unsportlichkeit

Fußball-Bezirksligist FC/JS Hillerheide hat bei Blau-Weiß Westfalia Langenbochum mit 1:3 (0:0) verloren. Bitter stieß der Mannschaft von Trainer Rabih Such der erste Gegentreffer auf.

 

Gestoppt: Hillerheides Justin Baron (l.) spitzelt in dieser Szene dem Langenbochumer Calvin Peters die Kugel vom Fuß. Foto: Michael Steyski

Es lief die 59. Minute. Ein Langenbochumer lag am Boden, die Gäste schossen den Ball ins Aus. Nach kurzer Behandlung warf ein BWWL-Spieler den Einwurf  auf die Hillerheider Seite.  So weit, so gut. Torhüter  Michel Schnell   ließ den Ball nur rollen,  Leroy Stemmer ging dazwischen. Von dort sprang der Ball zu Pascal Kötzsch, der den Ball ins leere Tor einschob zum 1:0.

"Was für ein unsportliches Verhalten“, schimpfte FC/JS-Trainer Rabih Such und machte mit dem 1:0 Knackpunkt aus: „Danach haben wir die Köpfe hängen lassen.“ Da nutzte Langenbochum aus: Yannik Außem marschierte über die rechte Seite, passte an den Fünfmeterraum, wo Pierre Bendig zum 2:0 einschoss (68.). Nur drei Minuten später tankte sich Leroy Stemmer auf dem linken Flügel durch. Seine butterweiche Flanke nickte Bendig zum 3:0 ein.

Bis dahin hatten die Hillerheider voll auf die Defensive gesetzt, kamen kaum über die Mittellinie. In den letzten Minuten entdeckten die Such-Schützlinge, dass auch nach vorne etwas geht. So nutzte Marvin Sachsenweger die erste Großchance zum 1:3, betrieb damit Ergebniskosmetik (85.). Die Gäste drückten danach weiter, brachten das Gehäuse von Schlussmann Max Ronneburg nicht in Gefahr.

Bezirksliga-Derby endete Remis

0:0 und ganz viel Schiri-Zoff

SUDERWICH Aller guten Dinge sind eben drei. Auch das dritte Bezirksliga-Derby endete Remis. Aber nach Abpfiff der Nullnummer zwischen der SG Suderwich und dem FC/JS Hillerheide wurde weniger über das Sportliche geredet: Das Derby bot wenig Fußball, aber sehr viel Kampf.

 

 

Völlig entfesselt war Suderwichs Christoph Meyer (r.), der nach dem Foul an Tim von Rekowski (v., grünes Hemd) die Fassung verlor. Foto: Kevin Korte

 

Wann genau die Stimmung ins Aggressive umschlug, konnten selbst die Beteiligten hinterher nicht mehr genau benennen. Suderwich darf durch die Torchancen per Freistoß von Denis Toskaj (20.), einem wuchtigen Kopfball von Christoph Meyer (55.) sowie einem zu Unrecht zurückgepfiffenen Abseitstor von Dorian Klahs (29.) beanspruchen, dem Sieg näher gewesen zu sein, hatte aber auch Glück, dass Torhüter Jan Schmatzberger mit einem Reflex beim Schuss von Christian Konzok die Hausherren vor dem Rückstand bewahrte (31.).

• Die Schiedsrichter-Schelte: Such blieb diplomatisch, äußerte sich explizit zur Schiedsrichter-Leistung nicht, weil „wir das nicht beeinflussen können“. Zu den strittigen Szenen um die Platzverweise meinte Such: „Ich finde, dass die Roten Karten berechtigt sind.“ Dennoch kommt man in der Spielbetrachtung nicht ohne Kommentar zur Leistung von Franziska Drexelius (Witten) herum, die mit ihrer Art der Spielleitung vor allem die Suderwicher Seele zum Kochen brachte. Nassir Malyar ging mit der Unparteiischen hart ins Gericht, als der Trainer urteilte: „Sie hat uns heute um den Sieg gebracht. Gerade in der Phase, in der wir stärker wurden, haben wir die Platzverweise bekommen. Den ersten verstehe ich noch, den zweiten gar nicht. Und dass sie das astreine Tor von Dori zurückpfeift, setzt dem ganzen die Krone auf.“

• Die Ampelkarte gegen Ilkay Hatil (77.): Das Derby hatte Mitte der zweiten Hälfte merklich an Intensität, aber auch an Unsportlichkeiten zugenommen. Spätestens bei einem Klärungsversuch von Hillerheides Alexander Weber in die Suderwicher Zuschauertraube, war das Fass übergelaufen. Hatil sah die Gelb-Rote Karte, als er sich nach einem Foulspiel durch Justin Baron wiederholt lautstark bei Drexelius beschwerte. Die Unparteiische hatte den Suderwicher Flügelspieler bereits letztmalig ermahnt, als nach einem Rempler – erneut von Baron – einen Strafstoß schinden wollte (70.). „Ille muss da ruhig bleiben“, weiß auch Malyar. „Dieser erste Platzverweis hat uns komplett aus dem Konzept gebracht.“

• Der rotwürdige Schubser von Christoph Meyer (80.): Nur wenige Zeigerumdrehungen später segelte eine Flanke in den Hillerheider Strafraum, als Tim von Rekowski bei der Rettungsaktion am Kopf getroffen wurde. Christoph Meyer wollte Übeltäter Michell Kasbrink zur Rede stellen, woraus sich eine satte Rudelbildung ergab. Von Drexelius gab es die Rote Karte. „Wegen Schlagens“, wie Meyer in Erfahrung brachte. „Das habe ich definitiv nicht getan“, betont der nach Arek Grad (40) erfahrenste Spieler (34) im Suderwicher Kader. „Bei aller Emotion“, erkannte Heides Co-Trainer Patrick Krull, „einen Mann seiner Klasse und seiner Erfahrung darf das nicht passieren.“

Hillerheide zerlegt Resse

HILLERHEIDE 7:1 - Ein Resultat, das bei Anhänger der deutschen Nationalmannschaft unweigerlich Erinnerungen hervorruft. Doch auch beim FC/JS Hillerheide ist dieses Resultat seit dem Sonntag mit positiven Gefühlen belegt. Der Bezirksligist fertigte auf eigener Anlage Aufsteiger Genclerbirligi Resse ab.

 

Mann des Tages im Sportpark Maybacher Heide: Christian Konzok (h.) traf dreiffach, wenngleich dieser Versuch von Resses Bobo Kituba Mbongo geblockt wird. Foto: Christian Müß?ner

 

„Die ersten zehn bis 15 Minuten der zweiten Hälfte waren spielentscheidend. Da machen wir das 3:0 und 4:0 und dann ist die Messe eigentlich gelesen“, bilanzierte Patrick Krull, der den urlaubenden Cheftrainer Rabih Such an der Seitenlinie vertrat: „Ein Riesenkompliment an die Mannschaft, so muss man erst einmal spielen."



Und Hillerheide spielte groß auf: Moritz Bleyer (10.) und Christian Konzok nach astreiner Vorlage von Justin Baron (29.) stellten die verdiente 2:0-Pausenführung her. Im zweiten Durchgang sorgte Hillerheide dann frühzeitig für klare Verhältnisse: Erneut war es Baron, der sich gegen seinen Gegenspieler durchsetzte, dieses Mal das Tor durch einen Schlenzer ins lange Eck aber selbst erzielte (49.). Nur sechs Minuten später erhöhte Christian Konzok auf 4:0 und sorgte somit bereits für die Entscheidung.

Zwar kam von den Gästen nach dem 1:4-Anschlusstreffer durch Semih Cetin (63.) noch einmal ein kleines Aufbäumen, dieses ließ Hillerheides Keeper Michel Schnell jedoch wieder verpuffen, als er in der 70. Minute einen Foulelfmeter von Baris Uysal parierte. Der Schütze war zuvor von Björn Fehr gelegt worden. Danach kam kaum noch etwas von den Gästen.

Hillerheide hingegen nutzte nun die sich bietenden Räume aus und kam fast im Minutentakt gefährlich vor den Resser Kasten. Mit einem direkt verwandelten Freistoß sorgte Bryan Guddatis für das 5:1 (73.). Und der Verteidiger hätte jenes Kunststück wenig später (80.) von gleicher Stelle beinahe wiederholt, dieses Mal landete der Ball jedoch am Lattenkreuz. Zuvor hatte Christian Konzok mit seinem dritten Treffer das 6:1 (76.) markiert. Den Schlusspunkt zum 7:1 setzte Moritz Bleyer (82.), der auch den Torreigen eröffnet hatte.

In der Nachspielzeit sah Resses Firat Gündogan noch die Ampelkarte für sein rüdes Einsteigen gegen Guddatis, für den nach dem Spiel ein Krankenwagen gerufen wurde, da der Verdacht auf Schlüsselbeinbruch bestand.

Heide siegt sich aus der Krise

Der FC/JS Hillerheide hat sich mit einem 3:0 (1:0)-Heimerfolg aus der Krise geschossen. Und die Krise bei Kontrahent Teutonia SuS Waltrop weiter verschärft.

 

Waltrops Sven Beckmann (7) nimmt den Hillerheider Jubel nach dem 1:0 von Christian Konzok (9) versteinert zur Kenntnis. Foto: Kevin Korte

"Dieser Sieg war so wichtig", bemerkt Hillerheides Trainer Rabih Such. Das Resser 1:0 gegen Stuckenbusch, der Gelsenkirchener Punktgewinn gegen Suderwich. Auch die Spvgg. Erkenschwick II punktete beim 2:2 gegen BG Schwerin. Es war der Spieltag der Kellerkinder.


„Und wir müssen ganz klar festhalten, dass trotz des klaren Ergebnisses wir auch ein bisschen Glück hatten“, bemerkt Such. In der Tat. „Matchglück“, wie es Teutonen-Trainer Peter Poslednik bezeichnete, hatten die Gäste wirklich nicht. Engagiert kamen die Roten aus den Umkleiden – und kassierten sofort den nächsten Nackenschlag. Mit Samet Civkins 2:0 (48.) war im Prinzip der Waltroper Ofen aus. Obwohl FC/JS-Keeper Moritz Wasinski gegen Felix Gutzeit rettete (51.) und Björn Fehr sich in letzter Instanz in den Schuss von Hendrik Köster warf (71.), kamen die Waltroper nicht mehr für einen Auswärtssieg infrage. Spätestens mit dem 3:0 durch Civkin (64.) war die endgültige Entscheidung gefallen.

Das Geschmäckle aus Waltroper Sicht: „Dem dritten Gegentor geht ein Foul voraus. Und vor dem Elfmeter steht der Heider klar im Abseits“, kritisierte Poslednik die Spielleitung von Yassine Andaloussi (Hagen).

„Der Heider“ war der unumstrittene Mann des Tages: Samet Civkin. Denn vor seinem Doppelpack „bereitete“ der Angreifer auch noch das 1:0 vor, als er im Strafraum von Waltrop-Keeper Timo Schulz nur noch unsanft vom Ball getrennt werden konnte. Den fälligen Strafstoß setzte Christian Konzok in die Maschen (19.).

Poslednik sah "Das beste Saisonspiel" seiner Mannschaft. "Leider haben wir uns nicht mit drei Punkten belohnt. Wir bleiben positiv. Ich bin mir sicher, dass, wenn wir so weiterspielen, wir auch die Punkte holen werden."

Heide verliert in Eichlinghofen

DORTMUND Seit nunmehr fünf Spielen wartet der FC/JS Hillerheide auf einen Dreier. Auch beim TuS Eichlinghofen verlor die Elf von Trainer Rabih Such. 

Klar: Such könnte die Ausfälle von gestandenen Spielern wie Samet Civkin, Max Kadura, Alexander Geßner oder Michel Schnell ins Feld führen. Tat er aber nicht. „Wir können in dieser Liga nur bestehen, wenn wir uns als Einheit präsentieren und jeder Spieler nahe an die 100 Prozent kommt oder sogar drüber. Das heute waren noch nicht mal 50.“

Eine „katastrophale erste Halbzeit“ notierte der Teamchef. Deniz Bozkurt (30.) und Alessandro Desiderio (36.) nutzten nach das nachlässige Hillerheider Abwehrverhalten zu Toren. In Halbzeit zwei trafen Andreas Uphues (50.) und Mohammed Chattibi (77., 85.) für den TuS, der nach einem Platzverweis nach 47 Minuten in Unterzahl agierte. „Ich will nichts beschönigen. Wir sind absolut nicht in Tritt gekommen, haben viele Zweikämpfe verloren und sind dem Gegner nur hinterher gelaufen“, kritisiert Such.

Erdi Dag hatte nach 56 Minuten zum zwischenzeitlichen 1:3 getroffen.