Der ewige Heider

HILLERHEIDE Wie oft er an einen Wechsel dachte, das kann Marcel Juber nicht präzise antworten. Aber drei Mal war ein Transfer sehr konkret. Immer zerschlug sich ein Abgang des ewigen Heiders. Der 25-Jährige weist seit 21 Jahren nämlich nur einen Klub in seiner Vita auf: den FC/JS Hillerheide.

 

Hart gegen sich und andere: Marcel Juber (r., hier Kampf um den Ball mit dem Röllinghäuser Patrick Birkner) ist seit dem 11. August 1994 für den FC/JS Hillerheide spielberechtigt. Foto: Michael Richter

 

Der Defensivspieler durchlief alle Junioren-Teams von den Minikickern bis zur A-Jugend und spielte für beide Senioren-Mannschaften. Aktuell gehört Juber dem Kader der zweiten Mannschaft an.

Rückblickend, das sagt der 25-Jährige, würde er das nicht noch einmal machen. In der C-Jugend spielte sich der Defensivmann mit dem strammen Rechtschuss in den Fokus von Schalke 04, absolvierte dort ein Probetraining und überzeugte. „Heute ärgert es mich, dass ich mich nicht traute, diesen Schritt zu machen.“ Juber blieb Heider – bis zum heutigen Tag.

Auch als wenig später mangels Masse die Jugendmannschaften beim FC/JS rar gesät waren und verlockende Anfragen aus Langenbochum oder vom FC 96 kamen. „Ich muss mich wohlfühlen. Da gehören meine Freunde dazu. Auf Schalke hätte ich niemanden gekannt. In Langenbochum oder beim FC vielleicht ein paar. Aber bei Hillerheide habe ich mich immer zu Hause gefühlt.“

Der Klub, damals noch beheimatet an der Karlsbader Straße, war ohnehin als familiärer Klub bekannt. Für Marcel Juber galt das im doppelten Sinne: Vater Dietmar war jahrelang Jugendleiter und ist mittlerweile Präsident. Mutter Sabine betrieb zeitweilig das Vereinsheim „Bodega“ und Schwester Maike spielte in der Damen-Mannschaft. „Da fällt einem natürlich schwer, den Klub zu verlassen.“

Mittlerweile schließt Juber, der beim Sportartikel-Vertreiber Teamsport Philipp in der Flockabteilung arbeitet, einen Wechsel kategorisch aus: „Nein. Das würde ich vermutlich nicht mehr machen. Es macht hier großen Spaß. Und solange wie es gesundheitlich geht, würde ich weiterspielen.“

Zu seinen jeweiligen Teammitgliedern pflegt der bekennende Fan des VfL Bochum ein besonderes Verhältnis: „Auch außerhalb des Platzes habe ich mich immer mit meinen Mitspielern gut verstanden. Aber aktuell in der zweiten Mannschaft ist das schon ein besonderer Zusammenhalt.“

Wer 21 Jahre in einem Klub verbringt, hat naturgemäß viele verschiedene leitende Angestellte erlebt. Welcher Trainer bei Juber dennoch prägend in Erinnerung blieb? „Ganz klar, Eddy Arnts. Das war die härteste Vorbereitung, die ich jemals mitgemacht habe. Aber es hat sich damals ausgezahlt. Wir konnten unsere Spiele vor allem deshalb gewinnen, weil wir ab der 80. Minute noch zulegen konnten.“ Selbst Juber, nicht unbedingt als Dauerläufer verschrien, sagt: „Ich war topfit.“

Bei über 1 000 Spielen im Heider Dress sind dem Defensivspieler aber zwei Partien besonders in Erinnerung geblieben: Angefangen mit dem Stadtmeisterschaftsfinale in der C-Jugend, als Hillerheide dem favorisierten und starken Jahrgang aus Leusberg den Titel wegschnappte: „Das war ein tolles Spiel. Damals waren schon Julian Michalski und Björn Fehr in der Mannschaft. Mit denen spiele ich heute noch zusammen.“

Zum anderen wäre da das spannendste Stadtmeisterschafts-Finale der Senioren in der jüngeren Historie, als 2013 der FC/JS den SV Hochlar 28 nach Elfmeterschießen bezwang. „Es war wirklich wie im Film. Ein Wechselbad der Gefühle.“ Bis zur Schlussminute führte Hillerheide mit 1:0, kassierte in der sechsten Minute der Nachspielzeit per Strafstoß den Ausgleich. Im Elfmeterschießen bezwang Hillerheide doch noch den SVH. „Wir waren so erleichtert und haben bis in die Morgenstunden gefeiert“, erinnert sich Juber.

(29.12.2015)